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Friedrich Wilhelm Voigt wird am 13. Februar 1849 als
Sohn eines Schuhmachermeisters in
Tilsit gebo- ren. Er besucht dort die Volksschule und die unteren
Klassen einer Realschule. Anschließend geht er bei seinem Vater 3 Jahre
in die Lehre.
Von seinem 14. Lebensjahr an wird er wiederholt wegen
Diebstahls bestraft, schließlich auch strafver- schärfend als
Rückfalltäter.
Im April 1867 wird er wegen einer Reihe von
Urkundenfälschungen zu einer zehnjährigen Zuchthaus-strafe und einer
Geldstrafe von 1500 Talern verurteilt. An Stelle der Geldstrafe - die er
wohl nicht
bezahlen kann - sitzt er stattdessen weitere 2 Jahre zusätzlich ab.
1879 kommt er wieder frei. Die folgenden 10 Jahre
arbeitet er teils als Schuhmacher teils in anderen Tätigkeiten im In-
und Ausland.
1889/90 wird er wegen Diebstahls und "intellektueller
Urkundenfälschung" zu einer Gefängnisstrafe von insgesamt 13 Monaten verurteilt.
Im Februar 1891 wird er vom Landgericht Gnesen "wegen
schweren Diebstahls im Rückfalle zu 15 Jahren Zuchthaus, Verlust der
bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre und Zulässigkeit von Polizei-
aufsicht" verurteilt.
Am 12. Februar 1906 wird Voigt aus dem Zuchthaus in
Rawitz entlassen. Er hat bis dahin insgesamt mehr als 29 Jahre hinter
Gittern verbracht.
Durch Vermittlung des Anstaltsgeistlichen findet Voigt
eine Arbeit als Schuhmacher in
Wismar. Er führt sich gut,
wird aber dennoch im Mai 1906 aus dem Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin ausgewiesen.
Vergeblich versucht Voigt in Graudenz und Potsdam
dauerhafte Arbeit zu finden. Schließlich landet er bei seiner in Rixdorf
bei Berlin lebenden Schwester und findet Arbeit in einer
Schuhwarenfabrik.
Am 24. August 1906 wird Voigt erneut als "eine für die
öffentliche Sicherheit und Moralität gefährliche Person" vom
Berliner Polizeipräsidenten aus dem Berlin und die Vororte umfassenden
Landespolizei-bezirk ausgewiesen. Er verlässt Rixdorf offiziell
am 1. September 1906 in Richtung Hamburg, tatsäch- lich wohnt er jedoch
als nicht gemeldeter Schlafbursche in Berlin O17, Langestraße 22.
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