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Der Hauptmann von Köpenick >> Sein zweites Leben |
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Am 26.10.1906 wird Voigt verhaftet und am 1.12.1906 zu einer Gefängnisstrafe von 4 Jahren "wegen unbefugten Tragens einer Uniform, Vergehens gegen die öffentliche Ordnung, Freiheitsberaubung, Betruges und schwerer Urkundenfälschung" verurteilt. Auf Grund eines Gnadenerweises seiner Majestät des Kaisers wird Wilhelm Voigt am 16.August 1908 aus der Haftanstalt Berlin-Tegel entlassen. Die Nachricht von seiner Entlassung wird von der überraschten Öffentlichkeit als großes Ereignis aufgenommen. Voigt beginnt sein zweites Leben, indem er versucht daraus Kapital zu schlagen. Am 20. August - vier Tage nach seiner Entlassung - tritt Voigt im Passagenpanoptikum Unter den Linden auf. Dort signiert er Fotos und hält Ansprachen an das Publikum. Noch am selben Tag werden diese Auftritte sowie jedes weitere Auftreten von Voigt in der Öffentlichkeit verboten. Voigt plant Operetten- und Varieteauftritte in Wien und Budapest, die jedoch scheitern. Er tingelt durch die deutschen Jahrmärkte, Hotels und Lokale und signiert dabei Postkarten, die ihn als "Hauptmann von Köpenick" zeigen. Der Versuch in die USA einzureisen scheitert zunächst an den Einwanderungsbehörden. Ende März 1910 gelingt es ihm über Kanada in die USA zu kommen. Dort kann er mit seinem Auftreten große Erfolge feiern. Weitere Reisen führen ihn nach England, in London wird er im Wachsfigurenkabinett der Madame Tussaut ausgestellt. Durch seine Auftritte und den Verkauf seiner Memoiren "Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde. Mein Lebensbild. Von Wilhelm Voigt, genannt Hauptmann von Köpenick", die 1909 in einem Leipziger Verlag erscheinen, kommt Voigt zu Geld. Er kauft sich in Luxemburg, Neypergerstraße 5 ein Haus und setzt sich zur Ruhe. Durch Krieg und Inflation verarmt er. Am 3. Januar 1922 stirbt Wilhelm Voigt in Luxemburg und wird auf Kosten der Armenkasse auf dem Friedhof Notre Dame bestattet. Die Pacht für das Grab von Wilhelm Voigt lief 1942 ab, wurde jedoch 1944 von einem anonymen Spender durch Einzahlung von 4000 frs um weitere 30 Jahre verlängert. 1961 wurde die verfallene Grabstelle vom deutschen Zirkus [Sarrasani ...] neu hergerichtet und mit einer Marmorplatte versehen, die allerdings das falsche Geburtsjahr 1850 zeigte. Sie wurde später gegen einen Gedenkstein ausgetauscht, wiederum mit dem falschen Geburtsjahr. Im Jahr 1974 sollte die Grabstelle auf Grund Luxemburgischer Gesetze endgültig aufgelöst werden. Die daraufhin erfolgende internationale Reaktion veranlasste die Stadt Luxemburg zur nunmehr unbegrenzten Verlängerung des Grabrechtes. |
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